Schulalltag

(Infantile) Cerebralparese

„In der Schule ruhig sitzen?“

Für SchülerInnen mit (infantiler) Cerebralparese kann die Absolvierung des Schulalltages in zusätzlicher Weise eine Herausforderung darstellen: immer dann, wenn neben den eigentlichen Schulaufgaben die Erfüllung dieser durch die eigenen motorischen Voraussetzungen eine Aufgabe an sich darstellt. Sich am Unterricht zu beteiligen und mit den Mitschülern zu interagieren, kann aufgrund der eingeschränkten Lautsprache nicht möglich sein. Wie können SchülerInnen den Lernstoff dokumentieren und ihre Hausaufgaben erledigen, wenn sie keinen Stift halten und sicher führen können? 

Die Teilhabe am Unterricht und die Integration in die Peergroup kann mit Mitteln der Unterstützten Kommunikation auch mit den verschiedensten motorischen Einschränkungen gelingen. Speziell die Gruppe der SchülerInnen mit Cerebralparese profitiert von den verschiedenen Eingabehilfen für Kommunikationsgeräte: Ob Fingerführraster, Maus- und Mausersatzgeräte die z.B. mit dem Mund, dem Kopf, dem Fuß oder auch den Augen bedient werden bzw. die Bedienung einer Kommunikationsoberfläche in einem sogenannten „Scanning“-Verfahren – hierbei wird nur eine Taste zur Bestätigung ausgelöst, wenn das Kommunikationsgerät an dem gewünschten Feld angekommen ist. Die Nutzung eines Sprachcomputers und damit der Zugang zur Kommunikation ist nicht abhängig von bestimmten motorischen Kompetenzen: vielmehr können die Systeme in ihrer Eingabe an den Nutzer angepasst und damit für alle zugänglich gemacht werden.

Das gleiche gilt für den Bereich der PC-Eingabe (siehe auch PC Eingabe): Verschiedene Tastaturen, Schul- und Lernsoftware können individuell auf den Bedarf der SchülerInnen angepasst werden, um eine Teilnahme am Unterricht zu sichern.

Weiterführende Informationen zum Thema:

  • Hörmeyer I. (2015) Der Einsatz von Körper und Maschine in der Unterstützten Kommunikation – Eine konversationsanalytische Untersuchung. Göttingen: Verlag für Gesprächsforschung.   http://www.verlag-gespraechsforschung.de/2015/pdf/unterstuetzte_kommunikation.pdf
  • Lemmler, K. (2015).Unterstützte Kommunikation - mein Sprungbrett zur Selbstbestimmung. In: Degener, T. & Diehl, E. (Hrsg.): Handbuch Behindertenrechtskonvention. Teilhabe als Menschenrecht - Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe. Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn, S. 217-225.
  • Lemmler, K. (2010). Ich spreche mit den Augen. In: Jenessen, S., et al. (Hrsg.): Leben mit Körperbehinderung. Verlag Kohlhammer. Stuttgart, 2010. S. 169-174.
  • Thiele, A.  (2008): Schriftspracherwerb unterstützt kommunizierender Menschen mit Infantiler Cerebralparese. Eine qualitativ-empirische Studie zur Qualitätsentwicklung pädagogischer Förderung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Smith, A.L. & Hustad, K.C. (2015). AAC and Early Intervention for Children with Cerebral Palsy: Parent Perceptions and Child Risk Factors. In: Augmentataive and Alternative Communication. 31 (4),336-50.

Lesen Sie dazu die Erfolgsgeschichte von Elli

Selbstständiges Arbeiten: Praktikum bei REHAVISTA Mein Name ist Eleonore. Mein Spitzname ist Elli. Ich bin 16 Jahre alt und ich gehe in die 9. Klasse auf die Förderschule am Borchersweg in Oldenburg. Ich habe eine dyskinetische Cerebralparese nach einer Asphyxie. Ich sitze in einem Rollstuhl und seit 2006 habe ich einen Talker. Von 2006 bis 2012 hatte ich einen SmallTalker von PRD (Prentke Romich) mit dem Programm Quasselkiste 45, später Quasselkiste 60. Ich benutzte den Talker mit automatischem Scanning per Knietaster. In der Schule lernte ich Lesen und Schreiben. Es war aufwendig und schwierig. Zusätzlich benutze ich Gestik, Mimik, Laute und einzelne Wörter zum Sprechen. | Lesen Sie hier die Geschichte im Ganzen weiter »

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